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Wie sich eine Gruppe von Freunden ihre eigene Insel in der Karibik kaufte


Coffee Kaye
Wie sich eine Gruppe von Freunden ihre eigene Insel kaufte – und dort einen Staat gründen will

Coffee Caye

Ein Schnappschuss von Coffee Caye auf Instagram

© Let’s Buy an Island / Instagram

Für 160.000 Dollar hat sich eine Gruppe eine eigene Insel in der Karibik gekauft. Dort wollen sie einen kleinen eigenen Staat aufbauen: mit Wahlen und Regierung – aber ohne Armee.

Eine eigene Insel zu besitzen – das klingt nach einem verrückten, kaum erfüllbaren Traum. Marshall Mayer und einige Freunde aber hatten genau das vor, daran ließ der Name, den sie ihrem Projekt 2018 gaben, keinen Zweifel: “Let’s buy an island”. Aus dem Traum ist mittlerweile Wirklichkeit geworden. Die Gruppe nennt tatsächlich ein kleines Stück Land mitten in der Karibik, kurz vor Belize, ihr Eigen. 

Coffee Kaye heißt die Insel. Mayer und seine Mitstreiter haben daraus ihr eigenes, 1,2 Hektar großes Reich gemacht: Dort entsteht das Fürstentum Islandia, mit eigener Flagge, einer Nationalhymne und einer demokratisch gewählten Regierung. Zuvor war Coffee Kaye unbewohnt. Die Käufer haben dort eine Mikronation gegründet. So nennt man Communitys, die sich selbst als souveräne Staaten verstehen, von der internationalen Gemeinschaft aber nicht als solche anerkannt werden.

Insel in der Karibik: Die Wahl fiel auf Coffee Kaye

Marshall Mayer und Gareth Johnson, den Initiator und Chef des Projekts, stört das nicht. Hinter ihnen liegt ein langer Weg: Über Facebook–Gruppen und andere Social–Media–Kanäle versuchten sie andere von dem Wunsch, eine Insel zu kaufen, zu überzeugen – und vor allem davon, dafür umgerechnet jeweils 3000 Euro zu investieren. Sobald die Finanzierung stand, ging es darum, ein geeignetes Kaufobjekt zu suchen. Die Wahl fiel auf Coffee Kaye, und Ende 2019 waren alle Formalitäten geklärt: Für umgerechnet etwas mehr als 160.000 Euro (plus Steuern) kaufte die Gruppe dem zentralamerikanischen Staat Belize die Insel ab, berichtet CNN.

Dann kam die Pandemie. Die Teilhaber besaßen nun zwar eine Insel irgendwo in der Karibik, konnten diese aufgrund der Reiserestriktionen aber nicht besuchen. Erst im Februar stattete eine Gruppe von Investoren und Touristen der Insel einen ersten längeren Besuch ab. Zuvor hatte es lediglich Besichtigungen gegeben. Begeistert berichtet einer der Besucher (und Besitzer) von entspannten Tagen mit “Bier, Rum und Zigarren” auf seiner Insel. “Warum sollte ich nicht investieren?”, sagt ein anderer bei CNN. “Ich kann allen meinen Freunden erzählen, dass ich eine Insel besitze.”

Gegenentwurf zu Brexit und Trump

Schritt für Schritt wollen die Investoren aus 25 verschiedenen Ländern ihre Insel jetzt in Besitz nehmen. Allzu viel Platz haben sie dort nicht: Coffee Kaye alias Islandia ist lediglich 0,5 Hektar groß, also 5000 Quadratmeter. Doch für Gareth Johnson hat die Insel eine große Bedeutung, jenseits von Sonne und Entspannung: “Wer träumt nicht davon, sein eigenes Land zu gründen?”, fragt er. “Gerade in einer Welt nach Trump, nach dem Brexit, nach Covid–19.” Das Fürstentum Islandia soll zu einem kleinen politischen, demokratischen Paradies werden. Die Staatsbürgerschaft kann jeder bekommen, der die Insel besucht und eine finanzielle Unterstützung leistet. Es gibt einen Prinzen und eine Premierministerin. Nur auf eine Armee will das Fürstentum verzichten.



Kate (M.), Herzogin von Cambridge, besucht anlässlich ihrer Karibikreise das "Festival of Garifuna Culture"

Was genau nun mit der Insel passieren soll, das ist noch unklar – natürlich soll darüber demokratisch abgestimmt werden. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, in das Projekt zu investieren. Teilhaber können sich damit einen Traum erfüllen, sollten sich aber auch der Risiken bewusst sein: Die Insel könnte in der Zukunft durch Hurrikans und den Klimawandel stark bedroht sein.

Quellen: “Let’s Buy an Island” / CNN



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