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Freundlich ins Wochenende: Wall Street schiebt DAX an




Marktbericht

Stand: 25.03.2022 15:45 Uhr

Ein freundlicher Handelsstart an der Wall Street und der sinkende Ölpreis stützen den deutschen Aktienmarkt. Aber die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie fragil die Marktlage bleibt.

Am frühen Nachmittag liegt der DAX mit einem Aufschlag von rund einem Prozent auf 14.418 Punkten solide im Plus. Im Handelsverlauf hatte der deutsche Leitindex zwischen Verlust- und Gewinnzone geschwankt.

Trotz des anhaltenden und folgenreichen Ukraine-Konflikts hielten sich die Börsen wegen insgesamt positiver Wirtschaftsdaten und Kommentaren aus der US-Notenbank, mit einem restriktiven Kurs gegen die Inflation ankämpfen zu wollen, weiter relativ gut, meint Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets. In den USA erreichte die wöchentliche Zahl der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung heute den niedrigsten Stand seit 1969. 

Auch vom Rohstoffmarkt kommt Unterstützung: “Die leicht rückläufigen Rohölpreise geben den Marktakteuren etwas mehr Zuversicht zum Wochenschluss”, kommentiert Andreas Lipkow Experte bei der Comdirect.

Ölpreise stützen den DAX

Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um mehr als ein Prozent auf weniger als 117 Dollar je Barrel. Das Barrel WTI kostet derzeit wieder weniger als 110 Dollar.

Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank erklärte die Preisabschläge vor allem mit dem Verzicht der EU auf ein Importstopp russischen Erdöls. “Damit sind die Sorgen vor einer weiteren Angebotsverknappung vorerst gebannt.” Zudem seien die Sturmschäden an einem Exportterminal am Schwarzen Meer offenbar nicht ganz so dramatisch wie von russischer Seite zunächst dargestellt. Über die Pipeline, die zu dem Exportterminal führt, werden laut Fritsch 80 Prozent der Ölexporte Kasachstans abgewickelt.

Wall Street startet freundlich

In den USA steigt der Dow Jones im frühen Handel um 0,6 Prozent auf 34.920 Punkte und sorgt damit auch in Deutschland für entspannte Stimmung. Der marktbreite S&P 500 legt ebenfalls zu, während die an der Nasdaq gehandelten Technologiewerte tendenziell nachgeben.

Die Indizes steuerten damit auf ihren zweiten Wochengewinn in Folge zu, da Anleger dank solider US-Konjunkturdaten und Kursgewinnen im Tech-Sektor in den vergangenen Tagen überwiegend optimistisch geblieben waren. Händler wiesen aber darauf hin, dass die Ängste vor einer weiteren Eskalation des Russland-Ukraine-Konfliktes und einer zu raschen Zinsstraffung der US-Notenbank den Auftrieb bremsen könnte.

Ifo-Index bricht ein

Dass die wirtschaftliche Lage fragil ist und sich jederzeit weiter verschlechtern kann, zeigt der aktuelle ifo-Index. Das wichtigste Konjunkturbarometer Deutschlands war viel stärker eingebrochen, als es Ökonomen befürchtet hatten. “Die Unternehmen in Deutschland rechnen mit harten Zeiten”, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest.

Goldpreis unter Druck

Der Goldpreis, der gestern noch bis auf 1966 Dollar steigen konnte, gibt zum Wochenschluss weiter nach. Aktuell kostet eine Feinunze des gelben Edelmetalls weniger als 1950 Dollar, das entspricht einem Minus von 0,6 Prozent.

Bitcoin sehr gefragt

Anleger greifen weiterhin zu Bitcoin & Co. Die älteste und bekannteste Cyberdevise verteuert sich um 2,2 Prozent auf 44.882 Dollar und steuert auf ein Wochenplus von mehr als neun Prozent zu. Auch andere Kryptowährungen ziehen an. “Befeuert werden die Kurse durch Spekulationen, dass Russland für seine Öl- und Gasexporte Bitcoin akzeptieren könnte”, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

VW verschiebt Markteinführung des ID.5

Volkswagen muss wegen Lieferproblemen die Markteinführung des Elektroautos ID.5 verschieben. Weil wegen fehlender Kabelbäume aus der Ukraine zeitweise die Bänder im Werk Zwickau still standen, werde das Fahrzeug Anfang Mai und damit vier Wochen später als zunächst geplant an die Händler geliefert, sagte ein Sprecher.

Compleo-Aktie mit Kurssprung

Nach Geschäftszahlen und Ausblick springen die Papiere von Compleo um bis zu 24 Prozent in die Höhe auf 41,10 Euro. Ein Marktteilnehmer lobte vor allem die neuen Ziele bis 2025. Bis dahin peilt der Anbieter von Ladetechnologie für Elektroautos einen Umsatzsprung auf mehr als eine halbe Milliarde Euro an.

Telekom-Mitarbeiter verlassen Russland

Wegen des Ukraine-Krieges zieht sich nun auch die Deutsche Telekom aus Russland zurück. Die Telekom hat in Sankt Petersburg einen großen Standort zur Software-Entwicklung sowie zwei kleinere Ableger in anderen russischen Städten mit insgesamt rund 2000 Beschäftigten. Man habe den dortigen Beschäftigten angeboten, außerhalb Russlands weiterzuarbeiten. “Viele Mitarbeitende haben diese Möglichkeit genutzt und das Land verlassen.”

SAP: Kein Komplett-Ausstieg aus Russland

Der Softwareriese SAP zieht sich aus dem Cloud-Geschäft in Russland zurück, macht aber vor dem Komplett-Ausstieg halt. “Wir stellen aktiv unsere Cloud-Operationen in Russland ein”, teilte der Walldorfer Konzern mit. Die internationalen Sanktionen würden vollständig umgesetzt. Allerdings hält SAP damit am deutlich größeren Lizenzgeschäft fest, wo die Software bereits gekauft wurde, vor Ort installiert ist und entsprechend auch gewartet wird.

Scheidender Infineon-Chef wird Acatech-Präsident

Der scheidende Infineon-Chef Reinhard Ploss wird einem Medienbericht zufolge neuer Präsident von Acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. Das berichtet das “Handelsblatt”. Damit startet der 66-Jährige, der die Führung des Halbleiterherstellers Infineon Ende März abgibt, eine Anschlusskarriere als politischer Berater.

Eckert & Ziegler bleibt auf Wachstumskurs

Die Berliner Medizintechnikfirma Eckert & Ziegler hat im abgelaufenen Jahr Umsatz und Gewinn gesteigert und will ihren Wachstumspfad 2022 fortsetzen. Der Umsatz kletterte 2021 um 2,4 Prozent auf 180,4 Millionen Euro. Unter dem Strich zog der Gewinn um 50,7 Prozent auf 34,5 Millionen Euro an. Die Aktionäre sollen daher für 2021 eine um fünf Cent auf 0,50 Euro pro Aktie erhöhte Dividende erhalten.

EU: Strengere Vorgaben für Google, Facebook & Co

Tech-Giganten wie Facebook und Google müssen in der Europäischen Union künftig deutlich strengere Regeln einhalten. Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments einigten sich gestern in Brüssel auf ein Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA), das die Marktmacht der Internetriesen einhegen und für faireren Wettbewerb sorgen soll.

China-Aktien unter Druck

Eine drohende Zwangseinstellung der Notierung an der Wall Street setzt chinesischen Werten an den US-Börsen zu. Aktien von Firmen wie Alibaba oder JD.com stehen unter Druck, denn sollte die Regierung in Peking der US-Aufsicht keinen Zugang zu den Berichten der Buchprüfer gewähren, werden einem neuen Gesetz zufolge die betroffenen Unternehmen in den USA von der Börse genommen.

Kurseinbruch bei Honest Company

Ein enttäuschender Ausblick drückt Honest Company im frühen US-Handel auf ein Rekordtief. Die Aktien des Anbieters nachhaltiger Kosmetika und Babypflege-Mittel brechen um mehr als 30 Prozent auf 4,23 Dollar ein. Das von der Schauspielerin Jessica Alba mitgegründete Unternehmen warnte für das laufende Quartal vor einem 15-prozentigen Umsatzrückgang.



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