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DAV stellt Trainerteam neu auf: Mit Filzwieser und Schnabel Richtung Olympia 2024



Die “Sparte” Wettkampfklettern des Deutschen Alpenvereins (DAV) hat sich nach dem überraschenden Abschied von Bundestrainer Urs Stöcker kurz vor Beginn der Wettkampfsaison 2022 neu aufgestellt.

Vom Weitsprung zum Speedklettern: Peter Schnabel als DAV-Trainer.


Vom Weitsprung zum Speedklettern: Peter Schnabel als DAV-Trainer.


Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio hatten die deutschen Sportkletterer Alex Megos und Jan Hojer vergeblich auf eine Medaille gehofft, die beiden verpassten das Finale der besten Acht nur knapp. Kurz nach der Olympia-Premiere verabschiedete sich Bundestrainer Urs Stöcker einigermaßen überraschend von seinem Posten – der Schweizer wechselte zu seinem Heimatverband und trainiert nun die Spitzen-Kletterer der Eidgenossen. Für den DAV bedeutete dieser Schritt: neu denken, neu strukturieren und personell neu besetzen. 

Erstmals ein Trainer für das “kleine” Combined-Format


Dabei fand auch die neue Combined-Wertung aus Lead und Bouldern eine besondere Berücksichtigung, schließlich ist dieses Format bei den nächsten Olympischen Spielen 2024 in Paris für die Sportkletterer neben Speed die zweite Disziplin, in der ein Medaillensatz vergeben wird. Zur Erinnerung: Bei der olympischen Premiere 2021 in Tokio gab es nur einen Medaillensatz für die Frauen und Männer in der “großen” Combined-Wertung aus allen drei Disziplinen Speed, Bouldern und Lead.

Filzwieser folgt auf Kollege Stöcker


Der DAV besetzt die Stelle des Combined-Bundestrainers mit Ingo Filzwieser. Der Österreicher gehört schon länger dem Trainer-Team der deutschen Sportkletter-Elite an, coachte zusammen mit Stöcker am Olympia-Stützpunkt in München die DAV-Spitzenathleten und hatte zuvor den österreichischen Nachwuchs sowie die Spitzenkräfte der Alpenrepublik im Bouldern trainiert. 

Quereinsteiger Schnabel will Speedkletterer nach Paris bringen


Quasi einen Quereinsteiger hat sich der DAV für den Bereich Speed geangelt. Peter Schnabel war bis zum Sommer 2021 noch in der Leichtathletik zuhause. Genauer: Der ehemalige Weitspringer arbeitete für den Landesverband Nordrhein-Westfalen als Sprungtrainer und geriet in dieser Funktion in Stöckers Fokus. Da das Speed-Klettern im Gegensatz zum Bouldern und Lead sehr viel Explosivkraft benötigt, war der Fachwechsel allerdings gar nicht so abwegig, wie sich das zunächst anhören mag.

“Das ist mein Ziel. Punkt. Aus.”


Speedklettern genießt in Deutschland so gut wie keine Tradition. “Wir stehen ganz am Beginn eines spannenden Prozesses”, sagte Schnabel auf der Internetseite des DAV, doch große Ziele gilt es dennoch zu formulieren. Eine Athletin oder einen Athleten will Schnabel bei den Olympischen Spielen in Paris an den Start bekommen. “Das ist mein Ziel. Punkt. Aus.”

Highlight: EM in München


Keine Frage: ein ambitioniertes Ziel, wenn auch kein unmögliches. Den deutschen Rekord hält seit dem 3. Mai 2021 Leander Carmanns, der mit 5,976 Sekunden für die 15-Meter hohe Wand als erster deutscher Speedkletterer unter der 6-Sekunden-Marke blieb. Die Weltelite nähert sich dagegen schon der 5-Sekunden-Marke an, der Weltrekord liegt bei 5,208 Sekunden, aufgestellt vom Indonesier Veddriq Leonardo am 28. Mai 2021. Bei den Damen liegt der deutsche Rekord von Franziska Ritter bei 8,162 Sekunden (5. Juni 2021), den Weltrekord hat die Polin Aleksandra Miroslaw mit 6,840 Sekunden inne (6. August 2021).

Unterstützung von langjährigen Coaches


Filzwieser und Schnabel werden unterstützt durch den langjährigen Bundestrainer Maxi Klaus, der seit 2014 für den DAV in dieser Position tätig ist und der nun den Schwerpunkt Lead betreut. Sagi Damti unterstützt im Bereich Bouldern, Johannes Lau ist im Nachwuchs tätig und wird versuchen, mit der erfahrenen Trainerin Friederike Kops die nächste Kletter-Generation an den Spitzensport heranzuführen.


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