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ARD-Vorwahlumfrage: CDU klarer Favorit in Schleswig-Holstein




Schleswig-HolsteinTrend

Stand: 28.04.2022 18:00 Uhr

Zehn Tage vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein liegt die CDU klar vorn. Laut ARD-Vorwahlumfrage käme sie auf 38 Prozent. CDU-Ministerpräsident Günther ist auch in der Direktwahl-Frage deutlicher Favorit.

Der amtierende Ministerpräsident in Schleswig-Holstein, Daniel Günther, zählt schon länger zu den beliebtesten Landeschefs in Deutschland. Seit fünf Jahren steht er der Regierung aus CDU, Grünen und FDP vor – und er darf sich berechtigte Hoffnungen machen, dass er nach der anstehenden Wahl auch weiterhin in dem Bundesland im Norden regieren kann.

Wenn in Schleswig-Holstein schon am kommenden Sonntag der Landtag neu gewählt würde, käme die CDU auf 38 Prozent. Damit erreicht sie denselben Wert wie Mitte April und könnte ihre Position als stärkste Kraft im Land gegenüber der Wahl 2017 (32,0 Prozent) ausbauen. Die SPD käme auf 19 Prozent (-1 im Vergleich zu Mitte April) und würde sich gegenüber dem letzten Wahlergebnis (27,3 Prozent) verschlechtern. Die Grünen kämen wie Mitte April auf 16 Prozent (Ergebnis 2017: 12,9 Prozent). Die FDP erreicht wie zuletzt 9 Prozent (Ergebnis 2017: 11,5 Prozent). Die AfD, die 2017 mit 5,9 Prozent in den Landtag eingezogen ist, käme aktuell auf 5 Prozent (-1 im Vergleich zu Mitte April) und landet damit im Bereich der Fünf-Prozent-Hürde. Der von dieser Hürde befreite Südschleswigsche Wählerverband käme ebenfalls auf 5 Prozent (+1 im Vergleich zu Mitte April; Ergebnis 2017: 3,3 Prozent). Auf alle weiteren Parteien entfallen 8 Prozent.

Würden die Menschen in Schleswig-Holstein entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage wählen, könnte die CDU mit den Grünen eine Regierung bilden. Auch eine Koalition aus CDU und FDP liegt, wenn auch knapp, nach der aktuellen Stimmungslage im Bereich des Möglichen.

Umfrage ist keine Vorhersage des Wahlergebnisses

Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten und ermittelt somit einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Deswegen sind Rückschlüsse auf den Wahlausgang nur bedingt möglich, denn viele Wählerinnen und Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest.

Eine große Bedeutung hat auch die letzte Phase des Wahlkampfs, in der unentschlossene und taktische Wählerinnen und Wähler angesprochen werden. Aktuell will jeder sechste Wahlberechtigte in Schleswig-Holstein eine Änderung seiner momentanen Parteipräferenz bis zum Wahlsonntag nicht ausschließen. Für zwei Drittel steht die Wahlentscheidung nach eigenen Angaben bereits fest.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Schleswig-Holstein
Erhebungsmethode: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
Erhebungszeitraum: 25. bis 27. April 2022
Fallzahl: 1530 Befragte (998 Telefoninterviews und 532 Online-Interviews)
Fehlertoleranz: 2* bis 3** Prozentpunkte
Durchführendes Institut: Infratest dimap

* bei einem Anteilswert von 10 Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent

Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle einer Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

Klarer Amtsbonus für Ministerpräsident Günther

Dass die CDU in dem Bundesland aktuell so beliebt ist, hat vor allem auch mit dem Ministerpräsidenten Günther zu tun. Er hat die letzten fünf Jahre im Amt nutzen können, um sich im Land und bei den Bürgerinnen und Bürgern zu profilieren – und geht mit einem entsprechenden Amtsbonus in die bevorstehende Landtagswahl. Drei Viertel der Menschen in Schleswig-Holstein sind mit seiner Arbeit zufrieden (74 Prozent; -2 zu Mitte April). Damit ist Günther nicht nur der mit Abstand beliebteste Landespolitiker in Schleswig-Holstein, sondern aktuell auch der bundesweit populärste Ministerpräsident.

Wenn die Schleswig-Holsteiner ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würde sich eine Mehrheit (61 Prozent; -1) für ihn entscheiden. Daniel Günther liegt damit weit vor seinen Herausforderern: Monika Heinold von den Grünen würde unverändert zu Mitte April jeder Zehnte als Ministerpräsidentin bevorzugen (10 Prozent), für Thomas Losse-Müller von der SPD sprechen sich 9 Prozent (+1) aus. Jeder Fünfte (20 Prozent) kann oder will sich weiterhin auf keinen der drei Landespolitiker festlegen.

CDU soll nach Wunsch der Bürger nächste Regierung führen

Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein erfährt dementsprechend auch eine CDU-geführte Landesregierung mit großem Abstand den größten Zuspruch. Aktuell wird diese von 46 Prozent der Befragten bevorzugt. Eine SPD-geführte Landesregierung wünscht sich gut jeder Fünfte (22 Prozent), eine Regierung unter Führung der Grünen favorisieren aktuell 14 Prozent.



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