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Apple erstes Quartal läuft wie geplant


Aus der Technologiebranche kamen am Donnerstag nach Börsenschluss sehr unterschiedliche Ergebnisse. Der Elektronikkonzern Apple hat dank weiterhin guter Geschäfte mit seinem iPhone die Erwartungen deutlich übertroffen, warnte aber auch vor Belastungen durch Engpässe in Lieferketten und die zuletzt verschärften Corona-Restriktionen auf dem wichtigen chinesischen Markt. Der Onlinehändler Amazon.com lieferte durchwachsene Zahlen und gab auch einen vorsichtigen Ausblick auf das kommende Quartal. Der Aktienkurs von Apple stieg nachbörslich zunächst an, drehte dann aber ins Minus. Die Amazon-Aktie verlor zeitweise als 12 Prozent an Wert.

Amazon meldete für das erste Quartal ein Umsatzwachstum um 7 Prozent auf 116,4 Milliarden Dollar, was in etwa auf Höhe der Erwartungen lag. Das Unternehmen wies einen Nettoverlust von 3,8 Milliarden Dollar aus, der sich mit Werteinbußen der Beteiligung am Elektroautohersteller Rivian erklärt. Allerdings hat sich auch das Betriebsergebnis auf 3,7 Milliarden Dollar mehr als halbiert. „Dies war ein hartes Quartal für Amazon“, sagte der Analyst Andrew Lipsman von Insider Intelligence.

Vorstandsvorsitzender Andy Jassy sprach in einer Mitteilung Herausforderungen wie hohe Inflationsraten und Schwierigkeiten in den Lieferketten an. Finanzvorstand Brian Olsavsky sagte, der Inflationseffekt habe Amazons Kosten um 2 Milliarden Dollar erhöht.

Schwachpunkt Onlinehandel

Wie schon im Schlussquartal 2021 war das Kerngeschäft im Onlinehandel der Schwachpunkt im Konzern, die Umsätze schrumpften hier um 3 Prozent. Der große Lichtblick war Amazon Web Services, die Sparte für Cloud Computing. Deren Umsatz stieg um 37 Prozent auf 18,4 Milliarden Dollar, wobei das etwas unter dem Wachstum von 40 Prozent im vorangegangenen Quartal lag.

AWS hat einmal mehr seine Bedeutung als wichtigster Gewinnbringer des Konzerns unterstrichen. Das Betriebsergebnis lag bei 6,5 Milliarden Dollar, das heißt ohne die Sparte wäre diese Kennzahl im Gesamtkonzern negativ gewesen. AWS stellt Unternehmen, die ihre Informationstechnik ins Internet verlagern wollen, Computerkapazitäten und zugehörige Dienstleistungen zur Verfügung. Der Konzern ist hier Marktführer, seine wichtigsten Wettbewerber sind Microsoft und Google.

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Ebenfalls wachstumsstark und profitabel ist Amazons Geschäft mit Werbung. Hier stiegen die Umsätze um 23 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar, was allerdings ebenfalls eine Abschwächung des Wachstums im Vergleich zum Schlussquartal 2021 bedeutete. Auch andere Technologiekonzerne wie die Google-Holding Alphabet und Meta haben in den vergangenen Tagen niedrigeres Wachstum in ihrem Werbegeschäft gemeldet.

Für das zweite Quartal sagt Amazon einen Umsatz zwischen 116 Milliarden und 121 Milliarden Dollar voraus, was einem Wachstum von 3 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Analysten hatten im Schnitt mit einer Prognose von 125 Milliarden Dollar gerechnet. Für das Betriebsergebnis gab Amazon eine sehr breite Spanne, die von einem Verlust von einer Milliarde Dollar bis zu einem Gewinn von 3,0 Milliarden Dollar reicht.

Stark steigender Umsatz trotz Lieferkettenproblemen

Apple meldete für die vergangenen drei Monate ein Umsatzwachstum um 9 Prozent auf 97,3 Milliarden Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit 93,4 Milliarden Dollar gerechnet. Der Konzern schaffte einen Nettogewinn von 25,0 Milliarden Dollar, und das Ergebnis je Aktie von 1,52 Dollar war um 9 Cent besser als erwartet.

Dabei kämpft auch Apple mit Schwierigkeiten in der Lieferkette, gerade was Halbleiter betrifft, daneben sorgen die jüngsten Corona-Lockdowns in China derzeit für eine zusätzliche Herausforderung. Finanzvorstand Luca Maestri schätzte in einer Telefonkonferenz, dies werde Apple im nächsten Geschäftsquartal zwischen 4 Milliarden und 8 Milliarden Dollar Umsatz kosten. Zudem werde die Einstellung des Geschäfts in Russland das Umsatzwachstum um 1,5 Prozentpunkte senken.

iPhone-Geschäft besser als erwartet

Im abgelaufenen Quartal stiegen die Umsätze mit dem iPhone, Apples mit Abstand wichtigsten Produkt, um 5 Prozent auf 50,6 Milliarden Dollar. Das übertraf die Erwartungen von Analysten. Auch in fast allen anderen Kategorien gab es Wachstum. Im Dienstleistungsgeschäft, der mittlerweile zweitgrößten Sparte, zu der Angebote wie der App Store, der Bezahldienst Apple Pay und die Videoplattform Apple TV+ gehören, stieg der Umsatz um 17 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar.

In der Sparte mit Produkten wie der Digitaluhr Apple Watch und den kabellosen Airpod-Kopfhörern gab es einen Zuwachs um 12 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar. Die Umsätze mit Macintosh-Computern stiegen um 15 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar. Nur beim Tabletcomputer iPad gab es ein Minus, der Umsatz fiel hier um 2 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar.

Akquisitionen im Visier

Apple kündigte bei der Vorlage der Zahlen zusätzliche Aktienrückkäufe in Höhe von 90 Milliarden Dollar und eine Erhöhung der Dividende um 5 Prozent an. Ein Analyst stellte die Frage, ob Apple seine umfangreichen Finanzmittel auch für eine größere Akquisition wie den Videodienst Netflix einsetzen könnte, dessen Aktienkurs seit Jahresbeginn erheblich gefallen ist. Vorstandschef Tim Cook sagte, Apple sehe ich immer nach Zukäufen um und sei auch größeren Akquisitionen nicht abgeneigt. „Ich will aber jetzt nicht meine Liste aufzählen.“



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