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365 Days 2 nimmt große Änderungen im Vergleich zum Buch vor


Einfache Erotik-Unterhaltung mit doofi Dialogen, soapigen Wendungen und gerade so ausreichenden Schauspielkünsten sollte keine Rakenwissenschaft sein. Trotzdem zog Netflix’ 365 Days 2020 die Kontroversen an wie Michele Morrone eine heiß anlaufende Tattoo-Nadel. Ausgestattet mit einer Weltsicht, die in Game of Thrones als rückständig angesehen würde, feierte das Softcore-Drama die missbräuchliche Beziehung von Touristin Laura (Anna Maria Sieklucka) und ihrem Mafia-Entführer Massimo (Morrone). 365 Days – Dieser Tag hätte nun noch eine Schippe draufgelegt – doch einige große Änderungen im Vergleich zum Roman verhindern das.

Achtung, dieser Artikel könnte Spoiler enthalten

365 Days 2 bei Netflix: Das wurde im Vergleich zum Roman geändert

Vereinfacht gesagt ist Blanka Lipińskas Romanvorlage 365 Tage – Dieser Tag wie Teil 1 auf Speed.

Schaut euch den Trailer für 365 Days 2 – Dieser Tag an:

Dieser Tag – Trailer (Deutsche UT) HD

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Stellen wir beispielsweise die Entwicklung von Laura und dem gut betuchten Gärtner Nacho (Simone Susinna) in Buch und Film gegenüber, ergeben sich auffällige Änderungen.

Nacho und Laura in 365 Days 2 – Buch und Film

  • Buch: Laura wird von Nacho im Auftrag seines Vaters entführt und als Geisel gehalten. Genau wie im ersten Teil verliebt sich Laura in ihren Verführer.
  • Film: Laura begleitet den erstaunlich betuchten Gärtner Nacho freiwillig zu seinem Landhaus, übersieht alle roten Flaggen unterwegs und erfährt erst spät seine wahren Motive. Zwar entwickelt sie auch hier Gefühle für ihn, aber stellt sie ab, sobald sie die Wahrheit erfährt.
  • Buch: Nacho gesteht Laura, dass er sie im bewusstlosen Zustand vergewaltigt hat, was sich hinterher als Lüge herausstellt.
  • Film: Nacho beobachtet Laura beim Schlafen, was creepy genug ist. Im Gegensatz zur Vorlage konzentriert sich der Film auf Lauras erotische Träume über ihren Filmabend-Buddy, was ihr einen Hauch von Agenda zurückgibt und die missbräuchlichen Beziehungen weniger romantisiert als es bei Autorin Blanka Lipińska der Fall ist.

Laura und Massimo in 365 Days 2 – Buch und Film

  • Buch: Massimo gesteht, dass er die bewusstlose Laura während ihrer Gefangenschaft sexuell missbraucht hat, was auf Seiten Lauras keine Konsequenzen zur Folge hat.
  • Film: Die Gefangenschaft aus Teil 1 wird so gut wie gar nicht erwähnt. 365 Days – Dieser Tag kehrt die kontroversen Ursprünge der Beziehung unter den Teppich, sodass es “nur” noch um eine gelangweilte Frau und ihren Mafia-Ehemann geht.
  • Buch: Laura ist während dieser ganzen Geschichte noch schwanger. Als Massimo sie befreien will, wird sie angeschossen. Er muss entscheiden, wer leben soll: Das Baby oder Laura, was einmal mehr Lauras Souveränität über ihren Körper und ihr Leben minimiert.
  • Film: Hier hat Laura das Kind schon nach dem Unfall am Ende des ersten Films verloren, Massimo erfährt erst im Finale von 365 Days 2 von der Fehlgeburt.

Im Vergleich zu Teil 1 ist 365 Days 2 – Dieser Tag wesentlich harmloser

Das ist nur ein Bruchteil der Unterschiede zwischen Buch und Film. So ist die Beziehung von Lauras Freundin Olga (Magdalena Lamparska) und Domenico (Otar Saralidze) vor allem komödiantischer Natur, während Domenico im Buch als gewalttätiger Suchtkranker auffällt. Es wird zwar durchaus blutig und in Zeitlupe herumgeballert, aber Szenen aus dem Buch, in denen insbesondere Frauen Gewalt ausgesetzt sind, fehlen im Film.

Im Vergleich zum Buch ist 365 Days 2 also ein ausgesprochen harmloser Erotik-Spaß mit dümmlichen Dialogen, endlosen Musik-Montagen und einigermaßen abwechslungsreichen Sex-Szenen.



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